Pädagogisches Konzept

Maik Giesbert und Kirsten Heinen gründeten im Jahr 2015 das Theaterkollektiv GORILLA und heute besteht es aus einer künstlerischen Leitung und einem festen Team, das nach und nach gewachsen ist. Seit der Gründung entwicklen wir in unterschiedlichen Konstellationen thematisch basierte Eigenproduktionen hauptsächlich für Kinder und Jugendliche – die wir indoor und outdoor z.B. in Kindergärten, Schulen, Theatern, Bildungs- und Umweltzentren aufführen.

 

Unser Ansatz: Entschlossen in die Zukunft

Unsere Begeisterung für die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten im Theaterspiel kombinieren wir von Anfang an mit Themen, die durch die ökologischen, ökonomischen, sozialen, kulturellen und politischen Dimensionen in den Bereich von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) fallen. Viele Themen unserer Zeit sind sehr komplex und auf viele Fragen, gibt es keine einfachen Antworten. Sich mit ihnen konstruktiv und aktiv zu beschäftigen, bedeutet für uns, ihnen auch in unseren Theaterstücken mit Kreativität, Fantasie, Freude, Empathie, Neugier, Mut und Zuversicht zu begegnen. Dafür steht auch der Gorilla als unser Namensgeber.

 

Unser Ziel: Anstoß nachhaltiger Bildungsprozesse

Um Sachverhalte und Methoden zu bewerten, zu transferieren und anzuwenden, müssen Kinder und Jugendliche aktuelle Fakten, Zahlen, Zustände und Verfahren kennenlernen.
Um Sachverhalte und Methoden zu bewerten, zu transferieren und anzuwenden, ist es aber auch erheblich, dass Kinder und Jugendliche ihre eigenen Bedürfnisse, Ängste, Wünsche und Vorstellungen in Erfahrung bringen und mit ihnen ernst genommen werden.

All das braucht Zeit und Gelegenheit. Für unsere didaktische und künstlerische Konzeption bedeutet dies eine methodische und inhaltliche Gestaltung der Theaterstücke, die darauf zielt, den Forscherdrang des jungen Publikums in der Art zu wecken, dass es sich von sich aus motiviert fühlt (intrinsische Motivation), sich zum Beispiel dem Thema Ernährung und Gesundheit sowie dessen weitreichenden globalen Dimensionen zuzuwenden und eine eigene Meinung und Haltung darüber zu entwickeln und stetig weiterzuentwickeln.

 

Unsere Blickrichtung: Perspektivwechsel ermöglichen

Im Theater arbeiten wir durch den Rollen- und Figurenwechseln bewusst mit dem Wechsel der Positionen. Der oder die Zuschauer*in kann sich als er oder sie selbst, aber auch als ein oder mehrere andere Individuen in unterschiedlichen Kultur-, Lebens- und Wirtschaftsweisen erleben und in Beziehung zu den eigenen Erfahrungen, Wahrnehmungen, Wünschen und Ängsten bringen. Durch den Perspektivwechsel entwickeln die Teilnehmer*innen Empathie gegenüber Menschen, Tieren und Pflanzen, die eine essentielle Voraussetzung für ein soziales und umweltbewusstes Denken und Handeln des Menschen im Umgang mit Leben ist. 

 

Unsere Gelegenheit: Eine solidarische Gemeinschaft

Unsere Angebote werden stets zielgruppenspezifisch konzipiert und zugeschnitten und haben in ihrer ganzheitlichen Darstellungs- und Vermittlungsform den Anspruch alle Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen - ganz gleich ob mit oder ohne besonderen Förderbedarf, mit und ohne Behinderung - sinnlich anzusprechen und Interesse zu wecken sowie Impulse und Anregungen für ihr Leben zu geben. 

Das Zusammenkommen von Schauspieler:innen und Zuschauer:innen in einem Raum ist ein mit allen Sinnen erfahrbares, besonderes und unwiederholbar einmaliges Gemeinschaftserlebnis. Die Zuschauer:innen entdecken Zusammenhänge, erproben Gedankenentwürfe und erfahren Gefühle gemeinsam, was ihre Gemeinschaft transformieren und stärken kann. 

 

Unsere Herausforderung: Gestaltungskompetenzen ermöglichen 

Unsere einerseits am Lehrplan orientierten und andererseits fächerübergreifend angelegten Angebote zielen - neben der Wissensvermittlung - besonders auch auf die Vermittlung der Gestaltungskompetenzen. Um Kinder und Jugendliche in die Lage zu versetzen eigenverantwortliche, zukunftsfähige Entscheidungen treffen zu können - für sich als Person und für die Gesellschaft, in der sie leben und deren Teil sie sind - , ist es wichtig, sie für ihre Handlungsspielräume und Handlungsoptionen zu interessieren. Dieses erreichen wir vor allem durch die spielerischen und erlebnisorientierten Elemente der Theateraufführungen und die erstellten Materialien zur Nachbereitung, die durch die Lehrkräfte und/oder durch uns im Rahmen von Projektwochen oder schuljahrsbegleitend eingesetzt werden können.
Transformation wird positiv erlebt und wertgeschätzt. Unser fachlich und pädagogisch gut geschultes Team und auch die Theaterfiguren selbst teilen und verkörpern die Begeisterung für ökologischen Zusammenhänge und notwendige Veränderungen. Dadurch motivieren sie als Vorbildcharakter nachhaltig zu umweltbewusstem Denken und Handeln.

 

Folgende Kompetenzen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung werden in unseren Programmen gefördert:

 

1. Weltoffen und neue Perspektiven integrierend Wissen aufbauen.

2. Vorausschauend Entwicklungen analysieren und beurteilen können.

3. Interdisziplinär Erkenntnisse gewinnen und handeln.

4. Risiken, Gefahren und Unsicherheiten erkennen und abwägen können. 

5. Gemeinsam mit anderen planen und handeln können.

6. Zielkonflikte bei der Reflexion über Handlungsstrategien berücksichtigen können.

7. An Entscheidungsprozessen partizipieren können.

8. Sich und andere motivieren zu können aktiv zu werden. 

9. Die eigenen Leitbilder und die anderer reflektieren können.

10. Vorstellungen von Gerechtigkeit als Entscheidungs- und Handlungsgrundlage nutzen können.

11. Selbstständig planen und handeln können.

12. Empathie und Solidarität für andere zeigen können.